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Wildcat 106 erscheint!

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Das Heft hat einen Schwerpunkt auf den Hintergründen der Aufstände in den USA. Außerdem setzen wir unsere Analysen und Berichte zur Coronapandemie aus dem letzten Heft fort. Gerade scheint die Lage qualitativ wieder umzuschlagen: In Stuttgart, Göttingen, Neukölln, etc. führen die (neuen) Zwangsmaßnahmen zu Enttäuschung und Wut. Die Massenmedien schreiben über »die wachsende soziale Spaltung Deutschlands«. Und in einem Drittel der Landkreise steigen die Infektionen wieder an. Im Zentrum stehen die Ausbrüche in Fleischbetrieben. Deshalb hier unser Artikel dazu:

Stachel im Fleisch

Die meisten vom Corona-Virus infizierten ArbeiterInnen gibt es in der Fleischindustrie, weltweit mit zahlreichen Fällen in den USA, Kanada, Brasilien, Irland.

In der BRD begann es mit 412 bei Müller-Fleisch in Birkenfeld, 131 bei Vion in Bad Bramstedt, 92 bei Westcrown in Dissen, bei Westfleisch 268 in Coesfeld und 40 in Oer-Erkenschwick, 77 bei Wiesenhof in Bogen – und dann der Klopper bisher über 1700 bei Tönnies in Gütersloh.

Auch in anderen Betrieben gibt es Infektionsherde, vor allem in Paket- und Logistikzentren, Großbetriebe, in denen ohne Unterbrechung weitergearbeitet wurde. [weiter lesen]



»Der Angriff auf Einen ist ein Angriff auf Alle«

Ein Busfahrer über die Proteste in Minneapolis

Die Proteste nach dem Mord an George Floyd halten seit Tagen an und haben sich in viele Städte der USA ausgebreitet, wie die Bewegungen nach den Morden von Ferguson und Baltimore vor einigen Jahren. Sie drücken auch den Unmut der Leute aus, die wissen, dass sie in jeder Hinsicht die höchsten Kosten des Covid-Ausbruchs zahlen: weil sie vorher schon zu wenig Einkommen hatten; weil sie sich in engen Wohnungen isolieren sollen; weil sie in Jobs arbeiten, in denen sie besonders gefährdet sind. In Minneapolis haben sich ArbeiterInnen mit den Protesten solidarisiert, BusfahrerInnen weigern sich, für die Polizei zu arbeiten.
Das Online-Magazin Hard Crackers - Chronicles of Everyday Life hat am 29.5.20 ein Interview mit einem Busfahrer veröffentlicht, der sich mit seinen KollegInnen organisiert. [weiter lesen]



aus: Wildcat 105, Frühjahr 2020

Bangladesch:

NäherInnen kämpfen!

Mit Update von 22.5.2020

Man muss nicht viel über Bangladesch wissen, um zu verstehen, dass die Corona-Krise hier zu extremen Bedingungen führen wird. Schon jetzt leiden Millionen Menschen unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. In dieser Situation entwickeln sich aber auch starke Kämpfe. [weiter lesen] [English version]



Wildcat 105 erscheint!

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Das Heft beschäftigt sich mit der Coronapandemie, ihren Ursachen und politischen Auswirkungen. Es gibt Artikel aus China, Italien, Spanien und der BRD; außerdem zwei Artikel zu den Kämpfen in Mexiko (schon online veröffentlicht) und Bangladesch. Als Vorabruck veröffentlichen wir den Artikel über Italien:

Ein vermeidbares Massaker

Warum sind in Italien in der Corona-Krise so viele Menschen gestorben?

Wir wollten wissen, wie sich diese sehr unterschiedlichen Entwicklungen erklären und begannen in dieser Woche eine »bi-nationale Untersuchung«; die ersten Ergebnisse haben wir am 7. April auf einer italienischen Mailingliste verschickt. Niemand von uns ist Seuchenexperte, und so haben wir uns anfangs mit allem beschäftigt, was wir finden konnten: der Altersstruktur, dem Problem der multiresistenten Keime, den intensiveren Kontakten zwischen den Generationen, der Luftverschmutzung… ganz offensichtlich alles Probleme, die reinspielen – doch dann sind wir auf die kriminellen Machenschaften zwischen Unternehmern und Politikern gestoßen und darauf, dass dieselben Fabrikanten, die auf Teufel komm raus ihre Produktion aufrechterhalten haben, auch Privatkliniken und Altersheime betreiben…[weiter lesen]



Mexiko:

Klassenkampf in Zeiten von Corona

Die Frauenbewegung war vor den Corona-Ausgangssperren (Lockdowns) und Betriebsstillständen (Shutdowns) die größte Bewegung. Am 8. März 2020 waren 200 000 Menschen in Mexiko-Stadt auf der Straße. Sonja Gerth beschreibt in der ILA 434 eine klassenübergreifende Demo: »wohlhabende Frauen, junge Schülerinnen, Firmen...« Natürlich sind die Frauenmorde auch schlecht fürs Investitionsklima!

Am 9. März, dem Tag des Frauenstreiks »Ein Tag ohne uns« mussten Schulen schließen, selbst Audi und Volkswagen standen still, weil ein »Ablauf« ohne die weiblichen Beschäftigten »nicht zu gewährleisten« sei.
2020 gab es unzählige Demos, Frauen griffen sogar das große Regierungsgebäude am Hauptplatz in Mexiko-Stadt an. [weiter lesen]



aus: Wildcat 104, Winter 2019/2020

Triggerwarnung

Zum organisierten Missbrauch an Kindern

Folgenden Artikel zum sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen haben wir im November veröffentlicht. Die Auseinandersetzungen um Kindesmissbrauch sind seither weitergegangen.

Am 17. Dezember schaffte der Papst das »päpstliche Geheimnis« bei Missbrauch ab; Mitte Februar trat in der BRD das Gesetz gegen Cyber-Grooming (das gezielte Ansprechen im Internet mit dem Ziel sexueller Kontakte) in Kraft; ebenfalls Mitte Februar meldeten in den USA die Pfadfinder Konkurs an (die Boy Scouts of America hatten über Jahrzehnte systematisch Misshandlungen vertuscht). Es fanden auch weitere Gerichtsverfahren statt, zum Beispiel in Hildesheim: ein Ehepaar aus Gifhorn (er Erzieher, sie Sozialpädagogin) hatte mehr als 25 Jahre lang betreute hilfsbedürftige Kinder missbraucht. Anfang März führten die Lügde-Ermittlungen zu einer weiteren Festnahme…

Und die ganze Zeit fordern der NRW-Innenminister Reul und andere Politiker mehr Befugnisse für die Bullen und überhaupt für den Staat! Dabei stecken Behörden (zum Beispiel) in Lügde knietief drin. [weiter lesen]



Corona:

Brief aus dem Mittleren Westen der USA

In den Medien ist hier nicht viel über den erheblichen Widerstand der Arbeiterklasse zu lesen. Bevor das Virus zuschlug, habe ich mich mit einigen Leuten getroffen, die an einer Organisierung bei Amazon arbeiten. Es war einiges in Vorbereitung, jetzt entwickeln sich die Pläne schnell, während sich das Virus verbreitet. Die Lage ändert sich ständig. [weiter lesen]



Zuruf aus China:

Kaufte China dem Westen Zeit?

Die Formel, China habe der Welt Zeit gekauft, wird mittlerweile immer stärker von der hiesigen Parteipropaganda verbreitet.

Den Text von Mike Davis finde ich wichtig und größtenteils richtig – aber beim Lesen musste ich bei dieser Stelle schlucken: »Heute in einem Jahr werden wir vielleicht mit Bewunderung auf Chinas Erfolg bei der Eindämmung der Pandemie und mit Schrecken auf das Versagen der USA zurückblicken.«

Warum kann man die Misere in den USA nicht kritisieren, ohne zugleich einen Kniefall vor der gigantomanischen Polizeioperation in China zu machen? Mit dem Lob für »Chinas Erfolg« wird alles in eins geworfen: das Land, die KPCh, Polizei, Bevölkerung und Klasse. Wie kann gerade Mike Davis so etwas schreiben? Niemand muss zwischen »dem Westen« und »China« wählen, auch und erst recht nicht, wenn es um das Coronavirus geht! [weiter lesen]



Corona

In den USA sind inzwischen 1920 infizierte Menschen registriert, 41 sind gestorben. Die Fallzahlen steigen rasant. Die Dunkelziffer dürfte aber höher liegen, denn bisher sind in den USA gerade mal rund 11 000 Menschen getestet worden, also so viele wie in Südkorea an einem Tag. Mehr Kapazitäten gibt es bisher nicht. »Ich trage überhaupt keine Verantwortung« antwortet Trump auf die Frage nach dem Mangel an Corona-Tests, als er am Freitag den Nationalen Notstand verkündet.

Der folgende Text von Mike Davis ist vor wenigen Tagen erschienen unter dem Titel »Mike Davis on COVID-19: The monster is finally at the door« in Links International Journal of Socialist Renewal. Mike Davis hatte 2005 ein Buch über die Vogelgrippe geschrieben.

Die kapitalistische Globalisierung lässt sich biologisch nicht aufrechterhalten

Mit COVID-19 steht das Monster nun vor der Tür. Die Forschung arbeitet Tag und Nacht an der Entschlüsselung der Epidemie, aber sie steht vor drei riesigen Herausforderungen: [weiter lesen]



Soziale Ansteckung

Mikrobiologischer Klassenkampf in China

Wir haben diesen Text von Ende Februar vom Blog der Zeitschrift Chuang schnell übersetzt und online gestellt, um der ganzen Panik etwas Fundierteres entgegenzusetzen. Ein erster Kritikpunkt wäre, dass die Autoren die Industrialisierung als eine einzige Apokalypse beschreiben. Eine gute Grundlage für weitere Diskussionen ist der Text allemal!
Im englischen Original sind an vielen Stellen Links eingefügt, um Aussagen zu belegen. Wir haben sie nicht übernommen, ihr findet sie im Originaltext.

Der Hochofen

Umgangssprachlich gilt Wuhan als einer der »vier Hochöfen« Chinas. Den bedrückend feuchtheißen Sommer teilt es mit Chongqing, Nanjing und Nanchang (andere zählen Changsha auf), quirlige Städte mit einer langen Geschichte, am Yangtse gelegen oder nah an seinem Flusstal. Unter den Vieren glänzt Wuhan aber mit echten Hochöfen. Der massige urbane Komplex bildet so etwas wie einen Kern der Stahl-, Beton- und bauorientierten Industrie Chinas. Als solche hatte die Stadt eine besonders hervorgehobene Rolle in der Phase nach der (letzten) ökonomischen Krise, denn in dieser Zeit wurde das Wachstum durch Immobilien- und Infrastruktur-Projekte aufgebläht. Die Blase hat Wuhan nicht nur mithilfe seines Überangebots an Baumaterialien und Ingenieuren im Staatsdienst vergrößert, sondern wurde selbst zu einem Produkt des Immobilienbooms. Inzwischen scheint dieser Antriebsofen der chinesischen Nach-Krisen-Ökonomie abzukühlen, ganz ähnlich denen der Stahl- und Eisenkocher. In einem anderen Sinn ist die Stadt selbst zu einem Ofen geworden, denn das Coronavirus brennt sich durch die Masse der Bevölkerung wie ein heftiges Fieber. [weiter lesen]



Chile:

Der Aufstand in Chile, der am 18. Oktober begonnen hat, geht auch nach vier Monaten weiter, noch immer kommt es jeden Tag zu heftigen Zusammenstößen mit den Carabineros. Für den März stehen sehr viele Mobilisierungen auf dem Plan. Wir haben eine Genossin, die im Dezember dort war, gebeten, ihre Eindrücke vor Ort in den größeren Zusammenhang zu stellen.

Im März geht‘s weiter

Nach den Jahren der Lähmung, die auf die Diktatur folgten, waren 2001 – und massiver 2006 – Schüler*innen als erste wieder auf die Straße gegangen. 2011 kämpften sie zusammen mit den Student*innen gegen das privatisierte Bildungssystem. Auch im Oktober 2019 haben Schüler*innen mit ihren Aktionen gegen die Fahrpreiserhöhung der Metro das Startsignal gesetzt. Die jetzige Bewegung ist aber wesentlich breiter und militanter. Es geht längst nicht mehr um einzelne Bereiche oder Forderungen. Es geht ums Ganze. [weiter lesen]



aus: Wildcat 104, Winter 2019/2020

Boliven:
Nach dem Putsch – vor den Wahlen

Die Protestwelle Ende 2019 erfasste in Südamerika auch Bolivien. Momentan gibt es dort weiterhin (breitere) Kämpfe vor allem in Chile, in Kolumbien und beginnende Kämpfe gegen die Privatisierungspläne der Regierung Bolsonaro in Brasilien – während es in anderen lateinamerikanischen Ländern zunächst wieder ruhiger zu sein scheint. Eine sehr instabile Ruhe.

Als in Bolivien nach dem behaupteten Wahlbetrug die städtische Mittelklasse auf der Straße war und sich Teile der frustrierten alten MAS-Basis anschlossen, gelang es der Rechten, die Situation für einen Machtwechsel zu nutzen. Sowohl Morales als auch die politische Rechte scheinen um die Gunst der Militärs gebuhlt zu haben. Aber als Bergbaukooperativen und verschiedene andere, eigentlich »MAS-nahe« Kreisen, den Klerikalfaschisten Camacho unterstützten und sogar Teile des gewerkschaftlichen Dachverbandes COB für einen Rückzug von Morales eintraten, war die Entscheidung zugunsten der extremen Rechten gefallen. Auch ohne aufmarschierendes Militär war es ein Putsch der Rechten, die eine zunächst zentristische, später breitere Massenbewegung (nach den Wahlen soll teilweise ein Viertel der Bevölkerung auf der Straße gewesen sein) »kapern« konnten. [weiter lesen]



aus: Wildcat 104, Winter 2019/2020

»Was wird denn da gegaukelt...?«

Gespräch mit einem Busfahrer über den Tarifkampf bei der BVG im Frühjahr 2019

Bei der BVG (»Berliner Verkehrsbetriebe«, Anstalt des öffentlichen Rechts) sind insgesamt 14 600 Leute angestellt; es ist der größte kommunale Verkehrsbetrieb der BRD. Die Hauptgruppe sind die Fahrer. Die über 4000 Leute, die in der Verwaltung arbeiten – die BVG ist ein Riesenapparat! – spielten im Tarifkampf keine Rolle, haben auch wenig mitgestreikt. Die Werkstatt ist out-gesourcet, auf dem gleichen Gelände, anderer Arbeitgeber. Das Subunternehmen Berlin Transport (BT), bei dem ich angestellt bin, gehört zur BVG. Da ist die Verwaltung mit 350 Leuten sehr klein, wir sind 1600 Fahrer und machen die »schlechteren« Linien der BVG; BT erbringt fast ein Drittel der Fahrdienstleistung im Konzern BVG. Das wird durch etwas engere Takte und dadurch erreicht, dass alle produktiven Dienstleistungen von der BVG-Mutter geleistet werden, BT fährt nur. BT ist auch moderner: Ich kriege den Dienstplan aufs Handy, bei der BVG drucken sie noch aus etc. [weiter lesen]



Wildcat 104 erscheint!

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Im Heft sind Artikel zur Entwicklung in China und im Handelsstreit; wir gehen ausführlich auf die Debatte um »Industrie 4.0« ein. Auf die Protestbewegungen in Bolivien, Ecuador, Irak, Chile und Iran konnten wir nur fragmentarisch und im letzten Moment eingehen. Deshalb stellen wir den Beitrag zu den Bewegungen im Iran und Irak gleich mal online (samt Updates):

Irak: Die Tuk-Tuk-Revolte

Der Schlachtruf von 2011 »Das Volk will den Sturz des Regimes!« hallt wieder durch die Straßen, von Algerien über den Sudan bis hin zum Libanon und Irak. In der arabischen Welt sind die Proteste besonders stark, in zwölf der 22 Länder der Arabischen Liga gibt es solche Bewegungen. Die Gründe sind offensichtlich: stagnierende Löhne, hohe Arbeits- und Obdachlosigkeit, eine relativ junge Bevölkerung mit relativ vielen (arbeitslosen) HochschulabsolventInnen. Wachsende Ungleichheit und Korruption sind Ergebnisse des Rohstoffbooms der letzten Jahre, der auch die Erwartungen deutlich anhob. Jetzt ist der Boom vorbei, die Rohstoffpreise fallen, und die Rücküberweisungen aus dem Ausland stagnieren.

Im Irak begann es mit Protesten von Straßenverkäufern und Tuk-Tuk-Fahrern aus den Slums von Bagdad... [weiter lesen]



aus: Wildcat 103, Winter 2019

Sozialstaat und FPÖ

»Ibizagate«: »Haben uns die Russen zum zweiten Mal befreit?«

Strache und andere FPÖler sind korrupte Machos, erhalten Geld von reichen Kapitalisten, lassen sich gerne mit russischen Millionären ein – wer hätte das gedacht!? […] Kanzler Sebastian Kurz kündigt die Koalition ein paar Stunden nach dem Rücktritt Straches […]

Wird diese tiefste Krise des Politzirkus Momente hervorbringen, der die Unternehmer in ihrem Durchmarsch stoppt? Ist das Vertrauen in die Institutionen dermaßen erschüttert, dass wir nicht nur zusehen, sondern selber außerhalb der gewohnten, vorgefertigten Wege neue Versuche riskieren?

Dass das angesichts der Schweinereien aller Parteien und der Gewerkschaft unbedingt notwendig ist, zeigt unser Artikel zur FPÖ und zum österreichischen Sozialstaat, geschrieben im Januar 2019. Die online-Version haben wir leicht gekürzt. [weiter lesen]



aus: Wildcat 103, Winter 2019

Die NSU Morde sind noch nicht vergessen. Am 4. April gedachten in Dortmund mehrere hundert Menschen dem vor zwölf Jahren ermordeten Mehmet Kubaşık mit einer Demonstration. Nach der gescheiterten (juristischen) Aufklärung sind immer noch viele Fragen offen. Gerade was die Verstrickung staatlicher Stellen in diesen Komplex angeht. In bezug auf solche Verstrickungen fördert das weitere Bohren zum Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt gerade brisante Informationen zutage. Anfang April stellte Telepolis einen Artikel online, der brillant aufzeigt, was wir allein schon aus den öffentlichen Verlautbarungen von Beamten der inneren Sicherheit über staatliche Strategien erfahren können. Hier unser Artikel zu diesen Fragestellungen aus dem letzten Heft:

NSU 2.0

Mit »NSU 2.0« waren Drohbriefe aus der hessischen Polizei an die Rechtsanwältin Başay-Yıldız unterschrieben [...] Die Medien schrieben von »rechten Umtrieben bei der hessischen Polizei«, »Rechtsextremes Netzwerk um NSU 2.0 wohl größer als gedacht«, »Das ganz große Aufräumen«, usw., und einige begannen, weitere solche Netzwerke aufzudecken.
Eine Mitte November 2018 veröffentlichte taz-Recherche blieb hingegen beinahe unbeachtet. Sie stößt wesentlich tiefer: Überall in der BRD und darüber hinaus in Österreich und der Schweiz bereiten sich Gruppen koordiniert auf den Umsturz vor: [weiter lesen]



aus: Wildcat 103, Winter 2019

Frankreich

Seit dem 17. November, der ersten großen Mobilisierung mit um die 300 000 Menschen auf den Straßen, hält sich die Bewegung der »Gilets Jaunes«. Sie dauert damit noch länger als die letzte erfolgreiche Bewegung in Frankreich gegen das CPE 2006; diese dauerte zwei Monate und brachte bis zu drei Millionen Menschen auf die Straße.*
Seither gab es nur Niederlagen im Klassenkampf. Das ist die eigentliche »Vorgeschichte« der Gilets Jaunes.

Die »Gelbwesten« sind die wichtigste Bewegung der letzten Jahre. Deshalb beginnen Teile der hiesigen Linken, nach den üblichen Abwehr-Reflexen, über das Eingreifen in solchen Bewegungen auch praktisch nachzudenken.

Aber die Bewegung hat diese beiden Grenzen: sie schafft es nicht, zur Massenbewegung zu werden; und sie schafft es nicht, zum Klassenkampf zu werden, keine großen Fabriken sind in den Streik getreten.
Deswegen fragt unser Artikel, den wir vor einem Monat geschrieben haben:

Was kommt nach den Gilets Jaunes?



aus: Wildcat 103, Winter 2019

Stalingrad: die zweite Wende des Jahrhunderts

Hin und wieder packen wir kulturelle oder historische Anmerkungen in stark verdichteter Form auf die zweite Umschlagseite. In der Wildcat 103 zu Stalingrad, der, nach der russischen Revolution, zweiten Wende im 20. Jahrhundert und gleichzeitig der Grundlage sowohl der Kalten-Kriegs-Konstellation als auch von revolutionären Mythen.…

Vor 75 Jahren, am 27. Januar 1944 befreite die Rote Armee Leningrad. 872 Tage lang hatte die Wehrmacht die Stadt eingeschlossen. Dadurch starben rund eine Million Zivilisten, es war die größte, die Zivilbevölkerung betreffende Katastrophe der bekannten Geschichte. Hitler: »In die russischen Städte gehen wir nicht hinein, sie müssen vollständig ersterben.« Ein Jahr davor hatten die deutschen Truppen bei Stalingrad kapituliert.
1975 erschien die Platte Un biglietto del tram (Eine Straßenbahnfahrkarte) der Mailänder Band Stormy Six [weiter lesen]



aus: Wildcat 103, Winter 2019

Aus dem Editorial

Nah an Noske

Wolfgang Thierse (SPD) brachte das Gedenken an den Bürgerkrieg vor 100 Jahren und die Rolle seiner Partei dabei in der Leipziger Volkszeitung auf den Punkt: »Es gab radikalisierte Elemente in der Arbeiterschaft. Die waren nun mit Waffengewalt zu besiegen. Das bleibt ein schmerzlicher Vorgang, auch im Rückblick, aber man kann doch wissen, dass der Weg, der dann eingeschlagen wurde, der bessere war.« [weiter lesen]



Wildcat 103 ist erschienen!

Unter anderem mit Artikeln zu den Gilets Jaunes, dem Brexit, der Entwicklung in China, der Nahrungsmittelproduktion und aktuellen Streikbewegungen von ArbeiterInnen weltweit...

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Leider mussten wir die Heftpreise und Abopreise erhöhen, denn das Porto ist teurer geworden und das Auslandsporto extrem teurer.



Wildcat 102 ist erschienen!

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»Werkstatt '68«

2018 war das Jahr der Jubiläen. 200 Jahre Marx, 50 Jahre '68, 30 Jahre Ramstein, 20 Jahre rot-grün, 10 Jahre »Lehman Brothers«.

Auch die Wildcat bzw. ihre Vorgängerin Karlsruher Stadtzeitung hatte 40. Geburtstag; sie entstand vor 40 Jahren aus dem besetzten Karlsruher Jugendzentrum »Werkstatt 68«.

Die Wildcat 102 behandelt zwei Stränge: [weiter lesen]



Die Wildcat 102 erscheint …

… Anfang Oktober mit Artikeln zum Insektensterben, Rechten Regierungen, den Kämpfen in der italienischen Logistik und der Jasic-Arbeiter in China, zum NSU, …

Eins der Themen, die wir wieder bearbeitet haben, ist die Frage, wie und wo die Flüchtlinge arbeiten. Deswegen stellen wir als Hintergrund den Artikel aus dem letzten Heft online:

Fachflüchtlinge gesucht

Mit dem sogenannten »Flüchtlingsproblem« werden politische Mehrheiten organisiert bzw. verloren. Sind die erbitterten Debatten nur Schaukämpfe? Wie passt dies alles zusammen mit dem Gejammer von Unternehmen über Fachkräftemangel? [weiter lesen]



[ältere Texte und Meldungen...]
Wildcat 106
Sommer 2020
 
 
Wildcat 105
Frühjahr 2020
 
 
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Winter 2019/2020
 
 
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Winter 2016
 
 
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Winter 2013/2014
 
 
Wildcat 94
Frühjahr 2013
 
 
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Herbst 2012
 
 
 
Beilage:
Materialien gegen die Individualisierung
(Erste Lieferung)
 
 
 
Wildcat 92
Frühjahr 2012
 
 
 
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Herbst 2011
 
 
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Sommer 2011
 
 
Wildcat 89
Frühjahr 2011
 
 
Wildcat 88
Winter 2010/2011
 
 
Beilage:
Der historische Moment / ArbeiterInnen verlassen die Fabrik
 
 
Wildcat 87
Sommer 2010
 
 
Wildcat 86
Frühjahr 2010
 
 
Wildcat 85
Herbst 2009
 
 
Beilage:
Marx, Weltkrise, Arbeiterklasse
 
 
 
Wildcat 84
Sommer 2009
 
 
 
Wildcat 83
Frühjahr 2009
 
 
 
Beilage:
Ausgrabungen
Hochaktuelle Fundstücke aus der Zeitschrift
»Primo Maggio« 
 
 
 
Wildcat 82
Herbst 2008
 
 
Beilage:
»Gurgaon, Indien: Neue Stadt, neues Glück – neue Kämpfe?«
 
 
Wildcat 81
Mai 2008
 
 
Beilage:
»Der Mai/Juni 1968« –
Eine verpasste Gelegenheit
der Arbeiterautonomie
 
 
Wildcat 80
Winter 2007/2008
 
 
Beilage:
»Unruhen in China«
 
 
Wildcat 79
Herbst 2007
 
 
 
Wildcat 78
Winter 2006
 
 
Beilage:
Film und Booklet:
»Porto Marghera –
die letzten Feuer«
 
 
 
 
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