... scheint bislang nur den Kapitalisten und dem Staat zu gelingen.
Die erste Runde ist »an sie« gegangen: Die entlassenen Leiharbeiter fanden kaum Unterstützung, Kämpfe und Streiks blieben begrenzt. Eine Vielzahl von Spaltungen macht es möglich, dass wir uns das alles gefallen lassen. Der Westen wird mit dem Osten erpresst, alle werden mit der Arbeitslosigkeit erpresst. Viel zu wenige haben gegen Hartz IV gekämpft, obwohl es ein Angriff auf alle war, mit Job und ohne. Atmen heute die VW-ArbeiterInnen auf, wenn Opel dicht gemacht wird? Oder beginnen wir zu kapieren, dass wir die kapitalistische Konkurrenz nicht nutzen können, sondern nur von ihr plattgemacht werden? »Gelöst« ist jedenfalls nichts, auch wenn wir das glauben sollen: Bankenkrise und Autokrise sind nicht vorbei, die staatliche Verschuldung wächst ins Gigantische, massenhafte Entlassungen, Kürzungen und Absenkungen allerorten kommen noch.
....heißt für uns, Schlüsse draus zu ziehen, dass wir die erste Runde verschlafen haben.
Was tun gegen Betriebsschließungen und Massenentlassungen? gegen Sozialkürzungen, niedrigere Löhne und weiter verdichtete Arbeit? (Gerade die Kurzarbeit wird genutzt, um einen Zahn zuzulegen und KollegInnen voneinander zu trennen.)
In der Krise zu kämpfen ist schwierig, weil man nicht mehr viel in der Hand hat. Oder weil man in der Arbeitslosigkeit schon ziemlich allein dasteht. Der Betrieb, die Region und der Kiez müssen zusammenkommen, Isolierung und Vereinzelung aufgehoben werden. Welche neuen Wege könnte es geben, um Druck zu machen? Welche Möglichkeiten entstehen, darüber nachzudenken, wie wir produzieren und zusammenleben?
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Kapitalistische Krisenszenarien oder Herausbildung einer globalen Arbeiterklasse? Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kommt es weltweit zu breiten Proletarisierungsprozessen: die Vertreibung von BäuerInnen vom Land, eine Industrialisierung, die in fast alle Ecken des Globus reicht, bis hin zu einer (»Re«)Proletarisierung der Ausbeutungsbedingungen in den »alten« Metropolen durch »strategische Arbeitslosigkeit« und Umstrukturierung der Ausbeutungsbedingungen. In der Konsequenz bildet sich ein weltweiter Arbeitsmarkt heraus – der allerdings nicht homogen ist, sondern durch Grenzen, Gesetze und Betriebsvereinbarungen abgestuft wird. Genauso entsteht z.B. duch die Migration eine globale Arbeiterklasse, die genausowenig homogen ist, sondern von relativ abgesicherter Lohnarbeit bis zu Formen von »unfreier« Arbeit reicht.
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Aschaffenburg 20. Oktober, 19 Uhr
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Die globale Krise Zur Eröffnung einer Aschaffenburger Veranstaltungsreihe zur kapitalistischen Krise stellt Karl-Heinz Roth sein neues Krisenbuch vor. Danach können wir mit ihm über politische Konsequenzen seiner Analyse und praktisches Eingreifen diskutieren. |
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Kassel: 19. Oktober, 19 Uhr
Dresden: 21. Oktober, 20 Uhr
Halle: 22. Oktober, 20 Uhr
Jena 20. Oktober 20 Uhr
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Wir stehen nicht am Ende, sondern am Anfang In den letzten Jahren haben sich »alle« in ihre Ecken verkrochen. Isolation und Spaltungen herrschten vor. Die Krisenpolitik der Herrschenden hat diesen Zustand weiter verschärft - gleichzeitig ist die weltweite Krise aber auch eine Möglichkeit, gemeinsam zu kämpfen, eine komplett neue Situation, in der sich alle Fragen – Wie organisieren? Wie kämpfen? Wie in Zukunft leben? – neu stellen. Um unsere Isolation aufzubrechen, müssen wir die Kategorien des Kapitals, die uns gegeneinander ausspielen, zerbrechen. Nicht getrennt in Schüler, Studi, HartzIV, Arbeiter, Angestellter, sondern vereint im kollektiven Versuch, regional und überregional die kapitalistische Produktionsweise in Frage zu stellen! |
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Frankfurt 21. Oktober 20 Uhr
Lüneburg 23. Oktober 19 Uhr
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Venezuela – Durch den fortschrittlichen Staat zur Revolution? Seit 2000 ist in Lateinamerika wieder von Revolution die Rede. Neue Parteienbündnisse und frühere Befreiungsbewegungen haben u.a. in Venezuela, Bolivien und Nicaragua die Wahlen gewonnen und und machen Politik gegen den »Raubtier-Kapitalismus« – auf ihnen ruhen viele Hoffnungen, denn sie scheinen zu zeigen: Eine andere Welt ist möglich! Vor allem in Venezuela werden mit den Öleinnahmen Schlüsselindustrien verstaatlicht und Sozialprogramme für die armen Bevölkerungsschichten verfolgt. Viele Linke hoffen, damit werde radikaleren Basis-Initiativen genügend Spielräume verschafft, damit diese (nicht nur) die venezolanische Gesellschaft auf den Weg einer sozialen Revolution bringen. Auf Grund der Erfahrungen aus der Zentralamerikasolidaritätsbewegung der 1980er Jahre und aktueller Reisen in diese Länder werden wir berichten und wollen mit Euch darüber diskutieren, wie diese Spielräume genutzt werden, was die Menschen materiell von den »revolutionären Regierungen« haben, welche Auswirkungen der weit verbreitete Führungskult und der Mythos des bewaffneten Kampfes haben, welche Strömungen es in den aktuellen Arbeiterkämpfen gibt. |
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Kiel 20.Oktober 19 Uhr
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Das System ist am Ende, aber es bricht nicht von allein zusammen und alles wird gut. Etwas Neues schaffen, das müssen wir schon selber tun! Die wirklichen Einschnitte stehen uns noch bevor, darauf sollten wir uns vorbereiten und ein Auge darauf werfen, was in Kiel und Umgebung so los ist. Betroffene Betriebe liegen teilweise in direkter Nachbarschaft. Aber auch weltweit könnten wir zusammen kämpfen. In der Krise sind wir den ArbeiterInnen in Asien näher, als viele denken. Denn es ist die erste Krise in der Geschichte des Kapitalismus, die die Arbeiterklasse wirklich weltweit erfasst. Aber es ist auch schwierig in der Krise zu kämpfen, weil man nicht mehr viel in der Hand hat. Wenn wir kämpfen, dann geht es nicht nur um ein etwas größeres Stück vom Kuchen. Wie organisieren wir uns im Betrieb, im Stadtteil, in der Region? Wie schaffen wir für soziale Kämpfe eine Öffentlichkeit, die nicht auf die Medien der Unternehmer angewiesen ist? Und was erwarten wir, wenn wir Kontakt aufnehmen mit streikenden Erzieherinnen, Werftarbeitern, Milchbäuerinnen? Wie kann man einen Kampf von »außen« unterstützen? |
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Mannheim 22.Oktober, 19:30 Uhr
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Globale Krise in Indien Der Subkontinent ist ein Testfall für den globalen Kapitalismus. Indien durchlief in kurzer Zeit verschiedene Entwicklungsmodelle, vom Kolonialregime über zentrale Planwirtschaft bis zum neoliberalen Vorzeigemodell. Der aktuelle rapide Umbruch der ländlichen Ausbeutungsverhältnisse führt nicht nur zur Landflucht und zum Anwachsen der Slums der Megacities, sondern auch zur Herausbildung einer neuen Generation von prekärer Industriearbeit. Die Auseinandersetzungen entfalten sich somit an verschiedenen Fronten: in den Bewegungen der Landlosen und Kleinbauern, in maoistischen Guerillas, in Protesten gegen Industrieprojekte, in Kämpfen der urbanen ArbeiterInnen. Bislang schaffte es das Regime, diese Bewegungen durch Schulden und Subventionswirtschaft, durch lokale industrielle Entwicklung, durch demokratische Konfliktlösung und militärische Repression getrennt zu halten – mit der aktuellen globalen Krise geraten diese Trennungslinien unter weiteren Druck. (Erfahrungsbericht nach längerem Aufenthalt in Gurgaon, einer der industriellen Boomstädte im Norden Indiens: Bedingungen der neuen ArbeiterInnengeneration, Kampferfahrungen und politische Initiativen) |
Unternehmer, Banken, CDU... alle entdecken gerade den Staat. Das hat einen einfachen Grund: Er hat das Steuermonopol. Und nur damit können sie die vielen hundert Milliarden – bzw. inzwischen sogar Billionen – wieder reinholen, die für Bankenrettung und Abbau von Arbeitsplätzen verpulvert werden. Wir sollen für IHRE Krise zahlen. Durch massive (... Steuererhöhungen, Kürzungen von Sozialleistungen ...) Angriffe auf die proletarischen Lebensbedingungen insgesamt.
Mit gewaltigen »Rettungsplänen« gibt der Staat zig Milliarden Euro, damit Arbeitsplätze abgebaut werden (Commerzbank, jetzt vielleicht Opel...). Von den »Geretteten« wird weiterer Verzicht erpresst. Wenn nun Tausende zusammen mit Unternehmern und Politikern »für Opel«, »für die Hypo Real Estate« usw. demonstrieren, verhalten sie sich wie Lämmer, die auf dem Weg zur Schlachtbank noch die eigene Schlachtung bejubeln.
Stattdessen sollten wir uns vorbereiten! In die Gänge kommen, solange sie noch taumeln – und nicht erst dann, wenn sie ihre Armeen aufgestellt haben (der Staat hat auch das Gewaltmonopol) und die Krise voll ausgebrochen ist.
So schlecht sieht es gar nicht aus. In Osteuropa, England, Italien und Griechenland haben Bewegungen gegen die Krise angefangen. Und auch in der BRD haben in den letzten Jahren die Streiks zugenommen; gab es breite Mobilisierungen an Schulen und Unis, hunderte von Initiativen gegen Cross Border Leasing und vieles andere. All diese Kämpfe und Initiativen stehen durch den Kriseneinbruch vor schärferen Bedingungen. Sie haben aber auch mehr Möglichkeiten, Verbündete zu finden. Und in der Radikalisierung der Situation kann individuelles oder kollektives Engagement (»Volksküchen«, »Rechtsberatung« usw.) zum Teil einer widerständigen Bewegung werden.
Auf unseren Veranstaltungen wollen wir klarkriegen, wo wir stehen und wie tief die globale Krise geht. Wir wollen regional nach Auswirkungen, aber auch nach Widerstand gegen die Krise suchen.
Werden wir in nächster Zeit wieder Demos erleben, wo ArbeiterInnen, Unternehmer und Politiker gemeinsam den Staat anflehen?? weinende Nokia-ArbeiterInnen??? – Oder werden »Märsche der Solidarität« direkte Verbindungen unter uns herstellen?? Werden Parlamente gestürmt, Regierungen verjagt...???!
Der Kapitalismus befindet sich weltweit in der größten Krise seit 1929? Krise heißt immer auch Chance: Nur wenn der Kapitalismus an Grenzen stößt, gibt es ernsthafte Aussichten auf eine das Kapitalverhältnis radikal umstürzende Revolution!
Sicher ist nichts mehr, weder Arbeitsplätze, noch der Studienkredit, und schon gar nicht die Altersvorsorge. Gleichzeitig ist es undenkbar, dass »es kracht« – denn es würde alles in Frage stellen. Aber können wir uns überhaupt vorstellen, uns gemeinsam gegen die Auswirkungen dieser Krise zu wehren?
Darüber und über die Hintergründe der aktuellen Krise wollen wir mit Euch diskutieren.
Was passiert nach dem weltgeschichtlichen »Untergang des Bauerntums« (Hobsbawm), wenn doch nicht alle in der Lohnarbeit und den Weltmarktfabriken ankommen? Interessanterweise findet im »Leopardenfell« der globalen Ausbeutung - wachsender informeller Sektor einerseits, indische Callcenter und High-Tech-Fabriken andererseits - die globale Krise in vielen aktuellen Kämpfen schon eine globale Antwort. Konstituiert sich in diesen Kämpfen bereits eine Weltarbeiterklasse?
Neben den beiden »Fällen« Indien und Ägypten wollen wir mit Euch einige Thesen zu der historischen »Agrarfrage«, der Proletarisierung und der Weltarbeiterklasse diskutieren.
Durch die gewaltttigen Umwlzungen zur Zeit der Entstehung des Kapitalismus wurden nicht einfach ausbeutbare Arbeiter und Kapital «hergestellt», sondern auch Unterschiede und Spaltungen innerhalb der Arbeiterklasse: Hierarchien des Geschlechts, der Rasse, des Alters. Das ebnete unter anderem den zukünftigen Weg der Frauen als unentlohnte Hausarbeiterinnen sowie unterbezahlte und unterprivilegierte Lohnarbeiterinnen. Die Kmpfe der Frauen dagegen waren und sind ein wichtiger Teil des Klassenkampfs: Der »bread and roses«-Streik von amerikanischen Textilarbeiterinnen 1912, der KiTa Streik 1990 in Berlin, die Krankenschwesterbewegung in den 80ern in Frankreich...
Aber wo und wie bewegen sich Frauen hier und heute? In welchen Verhltnissen leben sie? Welche Rolle spielt die «Familie plus Karriere»-Ideologie? Welche Bedeutung hat die Hausarbeit in Zeiten von fast food und migrantischen »Dienstmdchen«? Wir wollen mithilfe eines Blicks in die Geschichte diese Fragen mit Euch diskutieren.